Personenaufzug außen planen & installieren
Der Wunsch, sich einen Personenaufzug anzuschaffen, beruht meist auf der Überlegung, dass man sein Haus ohne eine technische Hilfe nicht mehr in Gänze nutzen kann. Gesundheitliche Einschränkungen, die mit den Jahren meist nicht zu vermeiden sind oder gar plötzlich durch einen Unfall oder eine Krankheit zustande kommen, sind keine Seltenheit mehr. Doch geht es längst nicht mehr ausschließlich um die barrierefreie Gestaltung des Hauses, sondern auch um eine mögliche Wertsteigerung der Immobilie.

Auch wenn meist Mehrfamilienhäuser mit einem Personenfahrstuhl ausgestattet werden, findet man sie auch an Einfamilienhäusern immer häufiger. Auf diese Weise kann sich derjenige, der Treppen oder Höhendifferenzen nicht mehr ohne fremde Hilfe überwinden kann, ein Stück Selbstständigkeit zurückholen.
Aufzug für den Außenbereich gesucht?
Vor dem Kauf kommen die wichtigen Entscheidungen
Der nachträgliche Einbau eines Fahrstuhles ist mit viel Aufwand verbunden und teilweise im Innenraum nicht möglich. Um nicht gänzlich auf einen Lift zu verzichten, besteht die Möglichkeit, an der Außenwand eines Wohnhauses einen Fahrstuhl zu installieren.
Da bei diesen Aufzügen Eingriffe in Decken und Grundrisse entfallen, lassen sie sich oft einfacher einbauen und an die individuellen Bedürfnisse anpassen. Soll der Fahrstuhl die barrierefreie Gestaltung des Hauses unterstützen, muss man einiges beachten.
- So muss vor jeder Tür eine ausreichend große Fläche zur Verfügung stehen, auf der sich ein Rollstuhlfahrer drehen oder die Richtung ändern kann. Als Richtmaß gelten 1,50 m × 1,50 m.
- Die Fahrstuhltür sollte eine lichte Breite von mindestens 90 cm haben. Die Fahrkabine sollte für Rollstuhl und Begleitperson mindestens 1,10 m breit und 1,40 m tief sein (Typ 2 nach DIN EN 81-70).
- Im Inneren des Fahrstuhles sollte sich ein Spiegel befinden, wenn der Rollstuhl in der Kabine nicht wenden kann. Außerdem braucht die Kabine einen Handlauf, dessen Oberkante nach DIN EN 81-70 bei 90 cm über dem Boden liegt.
- Die Fahrgeschwindigkeit hängt von der Bauart ab: Hydraulikaufzüge fahren rund 0,6 bis 1 m/s, Homelifte höchstens 0,15 m/s.
Je nach gewähltem Modell kann man sich für einen geschlossenen Fahrstuhlschacht entscheiden oder für einen aus durchsichtigem Material. Hierbei ist der Schacht meist ebenerdig und ausschließlich über die notwendigen Haltepunkte mit dem Haus verbunden. Als Eigentümer eines Einfamilienhauses kann man sich entscheiden, ob man den Fahrstuhl über eine Fernbedienung oder klassisch mit der Ruftaste in die entsprechende Etage holt. Die rasante technische Entwicklung ist auch bei den Personenaufzügen für außen nicht zu übersehen. So benötigen viele Außenaufzüge keinen separaten Maschinenraum mehr. Der Antrieb sitzt hier im Schacht. Mit Seilen oder hydraulisch können mehrere Etagen überwunden werden.
Vor dem Kauf sollte man sich über bestimmte Punkte Gedanken machen:
- Anzahl der zu transportierenden Personen. Hierbei rechnet die Norm mit 75 kg je Person.
- Ausreichende Traglast, wenn zusätzliche Lasten transportiert werden sollen.
- Ist die Tür breit genug für einen Rollstuhl oder einen Kinderwagen?
- Ist der Zugang ebenerdig, d.h. barrierefrei?
- Personenaufzug im Außenbereich mit witterungsresistentem Material
- Lage der Bedienelemente: Sind sie für Rollstuhlfahrer erreichbar?
- Passt die Optik des Fahrstuhles zu der Gestaltung des Wohnhauses?
Hat man bei der Klärung der einzelnen Punkte noch Fragen, empfiehlt es sich, auf die Hilfe eines Fachmannes zurückzugreifen. Er bietet den Interessenten nicht nur eine Auswahl an Modellen von Außenaufzügen, sondern kann auch auf die individuellen Bedürfnisse eingehen.
Preise von Personenaufzügen für außen zu vergleichen lohnt sich
Die Kosten für einen Personenaufzug außen sind nicht automatisch geringer als die Kosten, die entstehen, wenn man sich für einen Fahrstuhl im Innenraum eines Hauses entscheidet. Deckendurchbrüche entfallen zwar, dafür kommen Fundament und Fassadenarbeiten hinzu. Entscheidet man sich für Sondermodelle oder Fahrstühle mit einer hochwertigen Ausstattung, können die Kosten allerdings schnell steigen. Die Preise sind allerdings nicht nur abhängig vom Modell, sondern auch von der gewünschten Förderhöhe und der Tragkraft. Für den Anbau am Einfamilienhaus sollte man mit einem Richtwert zwischen 30.000 € und 50.000 € rechnen, im Mehrfamilienhaus ab rund 60.000 € bis über 100.000 € (Ratgeberangaben, Stand August 2026). In manchen Bundesländern kann man Fördergelder beantragen, wenn man sein Haus barrierefrei gestaltet. Bundesweit gibt es den KfW-Kredit 159 mit bis zu 50.000 € je Wohneinheit; der Zuschuss 455-B ist seit Ende Juli 2026 nicht beantragbar (Stand November 2026). Bei Pflegegrad zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 € je Maßnahme.
Das Land Brandenburg unterstützt solche Projekte bis Ende 2028 über die Investitionsbank: Mietwohngebäude mit bis zu 25.000 € Darlehen und Zuschuss je erschlossener Wohnung, Haushalte mit einer schwerbehinderten Person mit bis zu 14.000 € Zuschuss je Wohnung. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht. Aber auch gebrauchte Fahrstühle kann man erwerben. Ratgeberportale nennen bis zu 50 % Ersparnis, das setzt aber lückenlose Prüfnachweise und passende Schachtmaße voraus.


